Die heilige Lehre ist in erster Linie ein Heilmittel. Der Buddha ist ein Arzt. Genau wie der Arzt imstande sein muss, die verschiedenen Krankheiten zu bestimmen, wie er ihre Ursachen erkennen und die notwendigen Heil- und Gegenmittel wissen und anzuwenden verstehen muss, so hat auch der Buddha die "Vier Heilenden Wahrheiten" gelehrt: Den Umfang des Leidens, seinen Ursprung, seine Überwindung und den Weg, der zu seiner Überwindung führt.

Isoliert man aber die Worte Buddhas von der Aufgabe, die sie erfüllen sollen, so verlieren sie alle Kraft und Bedeutung.

 

Häufig nahm der Buddha ganz direkt Krankheit und Heilung zum Vergleich, um wichtige Aspekte seiner Lehre verständlich zu machen. Dabei fällt uns als erstes das berühmte Gleichnis mit dem Giftpfeil auf (Majjhima Nikaya 63):

Der Mönch Malunkya ging zum Buddha, nahm an seiner Seite Platz und begann: "Herr, als ich allein meditierte, dachte ich bei mir: Eine Reihe von Fragen hat der Erhabene nicht erklärt, hat er übergangen oder abgewiesen. Es handelt sich um folgende Fragen: "Ist die Welt ewig oder ist sie vergänglich?"... "Wird der Tathagata nach dem Tode existieren oder wird er nach dem Tode nicht existieren?" usw. Er zählt 10 Antinomien auf.

"Habe ich je zu Dir gesagt, Malunkyaputta, führe ein heiliges Leben unter meiner Leitung, ich will dir diese Fragen erklären?"

"Nein, Herr."

Danach sagt der Buddha sinngemäß, dass ein Leben nicht ausreiche, um die unendlichen Möglichkeiten der Bewusstseinsinhalte mitzuteilen. Vor allem aber werde dadurch das Wichtigste versäumt, denn, so der Buddha zu Malunkaya: "Stelle dir einmal vor, da sei ein Mann von einem vergifteten Pfeil getroffen worden, und seine Freunde und Verwandten bringen ihn zu einem Arzt. Würde der Mann etwa sagen: Ich will nicht, dass der Pfeil entfernt wird, bevor ich weiß, wer auf mich geschossen hat und ob es ein Angehöriger der Kriegerkaste oder der Priesterkaste oder der gewerbetreibenden Kaste oder ein Angehöriger der untersten Kaste gewesen ist? Wie heißt er und welcher Familie gehört er an? Ist er groß, klein oder von mittlerer Größe? Ist er von dunkler, brauner oder hellbrauner Hautfarbe? Aus welchem Dorf oder welcher kleinen oder großen Stadt kommt er? Ich werde es nicht zulassen, dass dieser Pfeil entfernt wird, ehe ich nicht weiß, mit was für einem Bogen auf mich geschossen wurde, was für eine Sehne und was für ein Pfeil verwendet wurden, welche Art von Feder sich an dem Pfeil befand und woraus die Pfeilspitze gemacht worden ist. Dieser Mann, Malunkyaputta, würde sterben, ohne eine einzige Antwort auf seine Fragen erhalten zu haben."

Darauf machte Buddha dem Malunkyaputta klar, dass das heilige Leben unabhängig von den Ansichten über solche Dinge ist. Welche Ansichten auch immer jemand über diese Probleme haben mag, es bleiben bestehen Geburt und Alter, Tod und Sorge, Klage, Schmerz, Trauer und Elend, "deren Aufhören eben in diesem Leben, so erkläre ich, erreicht werden kann."

Die Fragen werden sich im Laufe der Zeit und der eigenen Übung von selbst lösen. Aber jetzt gilt es, zunächst auf den Arzt, den Buddha, zu hören, um überhaupt eine Chance auf Heilung zu haben.

Eine wichtige Passage in Majjhima Nikaya 105 enthält Hinweise auf die Behandlungsmethode, deren der Arzt, der Buddha, sich bedient. In diesem Abschnitt weist er auch darauf hin, dass schmerzhafte Aspekte mit der spirituellen Arbeit unvermeidlich verbunden sind:

"... Es ist, als wäre ein Mensch von einem völlig in Gift getränkten Pfeil getroffen. Da er diesen Pfeil in sich spürte, könnte er ein Gefühl heftigen, schneidenden Schmerzes empfinden. Seine Freunde, Verwandten und Bekannten würden einen Arzt oder Chirurgen zu Rate ziehen. Dieser Arzt oder Chirurg würde möglicherweise um die Öffnung seiner Wunde mit einem Messer herumschneiden, wegen dieser Ausschneidens der Wunde jedoch könnte der Mann ebenfalls ein Gefühl heftigen, schneidenden Schmerzes empfinden. Dieser Arzt und Chirurg würde sodann seine Wunde auf die Pfeilspitze hin mit einer medizinischen Sonde untersuchen, wegen dieser Suche nach der Pfeilspitze mit Hilfe der medizinischen Sonde aber könnte er wiederum ein Gefühl heftigen, schneidenden Schmerzes empfinden. Dieser Arzt und Chirurg würde die Pfeilspitze aus seinem Körper entfernen, während jedoch die Pfeilspitze herausgezogen würde, könnte er nochmals ein Gefühl heftigen, schneidenden Schmerzes empfinden. Der Arzt und Chirurg würde sodann die Wundöffnung mit medizinischem Puder behandeln, aufgrund dieser Behandlung der Wunde mit medizinischem Pulver jedoch könnte er wieder ein Gefühl heftigen, schneidenden Schmerzes empfinden. Nach einiger Zeit aber, wenn die Haut über der Wunde verheilt wäre, würde er sich wohl behaglich fühlen, unabhängig, als sein eigener Herr, und er könnte gehen, wohin es ihm beliebe."

In seinem Kommentar erklärt der Buddha die hierin enthaltene Symbolik: Die Wunde verkörpert die sechs inneren Sinnesbereiche, d.h. der Drang danach, zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken und zu berühren sowie als sechster Sinn der Drang, darüber nachzudenken. Paul Debes bezeichnete diese inneren Sinnesbereiche als Luger, als Lauscher usw. Das Gift verkörpert die Unwissenheit bzw. Verblendung. Der Pfeil ist der Durst (tanha). Das Messer des Chirurgen symbolisiert die Einsicht, die medizinische Sonde steht für Weisheit, und der Arzt und Chirurg ist der Tathagata, der Heilige, vollkommen Erwachte.

Wieder und wieder ermaht der Buddha seine Schüler zu erkennen, dass sie krank sind, dass sie mit allem Fleiß, der ihnen zu Gebote steht, Heilung suchen müssen und dass sie sich an den König der Heilmittel (den dhamma) und an den Höchsten Arzt um Hilfe und Rettung wenden können.

Das immer wiederkehrende Hervorheben des Höchsten Arztes und seine Medizin macht eine grundlegende Haltung deutlich: Mitgefühl (karuna). Der große Arzt weiht sein Leben der Aufgabe, den Schmerz der anderen zu lindern.

Der Indologe Heinrich Zimmer (1890 - 1943) beschreibt alles in einem Essay über den Buddha sehr schön (hier gekürzt zitiert):

"Der Buddha spricht als Praktiker "more medici" - als ein Arzt. Er heilt vom Leben wie wir es leben. Wird der indische Arzt zu einem Kranken gerufen, so legt er sich vier Fragen vor, was wirklich sei an diesem Falle. Er stellt vier Wahrheiten fest. So auch der Buddha. Zum ersten stellt der Arzt ein Leiden als wirklich fest, zum zweiten seine wirklichen Anzeichen und Ursachen. Aus diesem Befund schließt er als dritte Wirklichkeit, ob das Leiden heilbar sei. Hier entscheidet sich das Schicksal des Patienten. Denn von unheilbaren Leiden soll der indische Arzt (wie der antike) die Hände lassen. Und als vierte Wirklichkeit weist er den Weg zur Heilung.

Geradeso betrachtet der Buddha den Menschen und stellt als erste Wahrheit fest: Er ist nicht heil, er leidet. Das wird ganz nüchtern befunden, ohne Frage nach Verschuldung, ohne Pathos metaphysischer Ursprünge. Was dieses Leiden des Menschen sei, lehrt kein spekulatives Aufgraben, sondern der einfache Blick auf sein endliches, grenzenlos bedingtes Dasein.

Der Mensch ist nicht heil, grenzenlos unangefochten von außen und innen, nicht über alle Begriffe wohl, - dies ist die erste Wirklichkeit. - Die zweite ist eine Kette von Symptomen und Ursachen, in denen die Natur dieses leidhaften Zustandes zutage tritt. Nimmt man alle Namen für sie zusammen, so bilden diese Symptome und Ursachen den Inbegriff unseres endlichen Lebens, unserer alltäglichen Bewusstseinslage, unserer naiv gelebten Existenz, - ob wir sie nun als Leiden wahrhaben wollen oder nicht. Der Buddha steht vor dem Menschen etwa wie ein Psychotherapeut vor einem Patienten, der sich gesund wähnt, während das Auge des Arztes all seine Belastungen und Verstrickungen, die ganze Schwere des Falls durchblickt. Der Ur-Grund aber des als leidvoll diagnostizierten Lebens, aus dem alle Symptome des Befundes fließen, ist ein Nicht-Wissen. Ein Es-nicht-besser-Wissen, Naivität. Befangensein des Lebens in sich selbst, wie es sich lebt. Nichtwissen darum, dass wir in umfassendsten, gewaltigen Konventionen stehen, mit uns und allem denkend, fühlend, handelnd umzugehen, in Konventionen, aber keiner letzten Wirklichkeit. Freilich nicht bloß in einer menschlichen Konvention von Welt und Ich, die geschichtlich ihre Begriffszeichen und Aspekte wechselt, sondern in einer kreatürlich universalen, die alle Lebensformen umfasst bis zum Tier und den Göttern in ihren Himmeln, der Konvention, dass Leben sich selbst samt allem Gehalt als schlechthin wirklich hinnimmt. Dieser ganze Bestand unwillkürlichen Lebens gilt buddhistischer Diagnose als pathologisch. Ein Leidenszustand, der vielleicht zu heilen ist. Man darf das Radikale dieser "zweiten Wahrheit", so lautlos ihr Schritt ist, nicht verkleinern, sonst hat man an den beiden folgenden Wahrheiten nichts zu finden als Stimmungswerte oder Begrifflichkeiten und allen vieren zusammen nur seine geschichtliche Erscheinung.

Die herausfordernde Wahnsinnsnähe dieser Diagnose verliert ihre Schärfe durch die dritte Feststellung: dieses Leiden ist heilbar. Und der es feststellt, ist ein Genesener und weist den Weg zur Genesung. Und dieser Weg ist gerade so ein Wirkliches wie das Leiden und wie die Therapie heilbarer Krankheiten.

Dieser Weg schließt als viertes die Reihe der hohen Wirklichkeiten, in denen das Sagbare des ältesten Buddhismus formelhaft beschlossen ist, um die aller Reichtum späterer Lehren kreist. Ein Weg innerer Erfahrungen, kein Weltgebäude, das man denkend, glaubend sich zueignen könnte. Keine umfassende soziale Ordnung, aber eine Diät, ein régime des ganzen Menschen, wie es der ärztlichen Situation entspricht, wahlfrei für wenige oder viele: Das ist das Positive des Buddhismus."


Es gibt in den buddhistischen Texten aber auch noch die Gesichtspunkte der Heilung von Krankheit durch Heilmittel (Kräuter, Nahrung) und physische Hilfsmittel sowie die geistigen Ursachen von Krankheiten und ihre Heilung auf geistigem Wege.

Die vier Lebensbedingungen, wie sie die verschiednen Texte des Pali-Kanons wiederholt aufzeigen, sind Kleidung, Nahrung, Unterkunft und bei Bedarf Medizin. Der Buddha weist zur Erhaltung des Köpers auf angemessene Nahrung hin. Der Buddha riet ab von Völlerei. So gab er dem König von Savatthi zu bedenken, dass Mäßigung in der Nahrungsaufnahme ihm dazu verhelfen werde, ein langes Leben in Gesundheit zu verbringen. Auch das Verbot abendlicher Mahlzeiten, ein wohlbekanntes Merkmal des klösterlichen Lebens im Buddhismus, wurde vom Buddha als eine Maßnahme vorbeugender Gesundheitspflege eingeführt:

"Ich, ihr Mönche, nehme am Abend keine Nahrung zu mir. Ich nehme am Abend keine Nahrung zu mir, da ich, ihr Mönche, bedacht bin auf gute Gesundheit, Freisein von Krankheit, Spannkragt und Stärke und ein Leben in innerer Muße. Folgt mir daher, ihr Mönche, und nehmt am Abend keine Nahrung zu euch."

Als es zu einer Zeit besonders viele Einladungen zu Speisungen der Mönche in Vesali gab, nahmen die Mönche zu viele und zu viele verschiedene Speisen zu sich und bekamen allerlei Krankheiten. D.h. ein Ungleichgewicht im Stoffwechsel. Die indische Medizin nennt Galle (pitta), Wind (vata), und Schleim (semha), die im Gleichgwicht sein sollten. Auch heutzutage ist oft zu beobachten, dass in Klöstern, wo regelmäßig Speise geliefert wird, viele Mönche ungesund essen. Gemüse mit Fett und viele Süßigkeiten. Hingegen gibt es selten frisches, d.h. rohes Gemüse.

Als nun Jivaka, der "Leibarzt" des Buddha (zu ihm siehe Mahavagga 326) dies sah, ging er zum Erhabenen und erzählte ihm davon, er sagte dann: "Gut wäre es, o Herr, würde der Erhabene den Mönchen Wandelgänge (cankamana) und Badehütten (jantaghara) erlauben würde. Das ist ein Raum, in dem Wasser für Dampfbäder erhitzt werden kann - eine Art Sauna. Der Erhabene erlaubte es.

Der Buddha gestattete den Mönchen die Verwendung von fünf Grundheilmitteln. Sie alle waren Bestandteile der gewöhnlichen Nahrung, nämlich Ghee (geklärte Butter), frische Butter, Öl, Honig und Sirup. Die genaue Beschaffenheit dieser fünf Arzneien erläutert der Kommentar im Suttavibhanga-Abschnitt des Vinaya. Zusätzlich zu den fünf Standart-Heilmitteln gestattete der Buddha die Anwendung einer Fülle von Substanzen zu besonderen medizinischen Zwecken. Eine Aufzählung, die praktisch eine vollständige materia medica ergibt, findet sich sich im Vinaya, Mahavagga, Abschnitt VI. Auch wurde von den Mönchen erwartet, dass sie für die Kranken unter ihnen sorgten. Der Erwachte selbst pflegte einen Ruhrkranken, den er im eigenen Urin und Kot liegend, im Kloster vorfand (Mahavagga VIII). 

Neben den "normalen" Krankheiten, Krankheiten infolge altersbedingter Schwächung des Körpers oder infolge physischer Belastungen werden im Pali-Kanon auch solche Krankheiten beschrieben, die unmittelbar dem Karma aus vergangenen oder gegenwärtigen Leben entstammen. Manchmal sind solche Krankheiten auch ein katalysierender Faktor, der den auf der spirituellen Suche Befindlichen anspornt auf dem Weg zur Befreiung.

Der Mönch Samitigutta, der wegen seiner unheilbaren Leprakrankheit an ein Klosterkrankenhaus gefesselt war, erhielt die meditative Übung, seine Gefühle (vedana) zu betrachten. Er unterzog sich dieser Übung mit großer Anstrengung und erlangte Befreiung. Er erlangte darüber sogar Kenntnis all seiner negativen Handlungen in vergangenen Leben, die die Ursache seiner gegenwärtigen Erkrankung waren. Danach sagte er: "Was immer Böses ich gewirkt, in manchem Leben, mancher Welt, hienieden wird es abgebüßt, und andre Ordnung gibt es nicht" (Theragata 81). Damit erkennt er das Karma-Gesetz vollkommen und auch, dass es eben keine Arznei, keine künstlichen Mittel gibt, die einen Menschen heilen könnten, wenn es schwerwiegende karmische Hindernisse gibt. Damit erkennen wir, dass Versuche, die bis tief in die Esoterik reichen, und die den Lebenstatsachen "Alter und Krankheit" gleichsam durch Zaubermacht entgehen wollen, nutzlos sind. Um hier das rechte Maß zu finden, ist es aufschlussreich, zu beachten: Der Erwachte hat zwar selbst in Einzelfällen Geistheilung vollbracht, aber er hat keineswegs zu seinen Mönchen gesagt, bei Krankheit sollten sie sich schnellstens einen Geistheiler besorgen, sondern dem durch karmisches Wirken in das Erleben "Fleischkörper" Hineingeborenen hat er bewährte Hausmittel empfohlen (s.o.) und hat sie auch am eigenen Leibe angewandt.

Es sei noch eine besondere Heilmethode angeführt, die nicht direkt im Pali-Kanon erwähnt wird, aber auch auf den Buddha zurückgehen soll, so jedenfalls sagt es der Mönch Nagasena im Milindapanha, 4. Teil, 2. Kapitel.

Es handelt sich um die Schutztexte (Pali: paritta, Singhalesisch: pirit). Eine in allen Ländern des Theravada-Buddhismus verbreitete Zeremonie, bei der Mönche eine Anzahl für diesen Zweck ausgewählte, kanonische Texte rezitieren, so z.B. das Metta-Sutta oder das Angulimala-Sutta. Diese Zeremonie wird bei vielen und verschiedenen Gelegenheiten abgehalten, z.B. bei ernster Krankheit. Die Wirkung durch das reine Zuhören der Rezitationen soll ähnlich sein wie bei einer Einnahme von Heilkräutern oder Medizin. Und bei einem Menschen bewirken sie tatsächlich Schutz, bei anderen nicht. Die Paritta, die den Wesen Schutz ist, verliert ihre beschützende Kraft durch die eigenen Taten dieser Wesen.

Der ehrw. Walpola Rahula (1907-1997), einer der gelehrtesten buddhistischen Mönche des vergangenen Jahrhunderts, schrieb folgendes zur Paritta-Tradition in seinem Buch History of Buddhism in Ceylon:

"Den buddhistischen Traditionen Ceylons nach ist die Paritta folgenden Ursprungs: Eines Tages reiste der Buddha auf Einladung der Fürsten aus dem Geschlecht der Licchavi nach Oesali, zu einer Zeit, als dort Hungesnot und Krankheit herrschten. Um den dort vorhandenen negativen Einflüssen entgegenzuwirken, rezitierte der Buddha das Ratana-sutta (findet sich im Suttanipata). Er unterwies seinen Schüler Ananda darin und veranlasste diesen, in Begleitung der Fürsten in der Stadt umherzugehen, das Sutta zu rezitieren und Wasser aus der Almosenschale des Buddha zu versprengen. Dadurch wurden die negativen Einflusse vertrieben."

Ebenso mag es möglich sein, aus buddhistischen Bildnissen Heilkraft zu beziehen. Texte und Bildnisse, geschaffen als Leitbilder auf dem Pfad, vermitteln ihre Botschaft auf verschiedene Weise. Texte sprechen zum Verstand, sie bieten Prinzipien und Konzepte zum Nachdenken, Studium an. Demgegenüber sind Gemälde und Skulpturen ein Funke, der die Vorstellungskraft entzündet, sie versetzen die Intuition in Bewegung. Die Bedeutungsinhalte der buddhistischen Kunst, die insbesondere durch formale Ausdrucksmittel wie Symbole, Farben, Gesten und Attribute vermittelt werden, bringen verborgene Saiten in den Tiefen unserer Psyche zum Schwingen.

 

Literatur: Der Heilende Buddha, von Raoul Birnbaum.